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Wahlcomputer in Neuss

Ich hatte es ja schon befuerchtet. Aber was Paul A. dann als Beobachter in seinem blog veroeffentlicht, ist Teils doch der Hammer.
Hier einige auszuege aus seiner Beobachtung:

  • Nach eigenem Bekunden sei dieser eine Ersatzmannes. Er sah schon ziemlich ramponiert aus, und war nur mit einer Gruenen Waescheleine “verplombt”
  • Sie stufte die Wahlcomputer als “sicher” ein. Interessant wurde es, als der Wahlcomputer ins Spiel kam: Zu unserer Verwunderung war dieser naemlich bereits seit 4 Tagen im Buero des Hausmeisters eingelagert. In dieser Zeit hatte regulaerer Schulbetrieb stattgefunden. Auch diese Nedap-Modell war auesserlich beschaedigt und zu unserem erstaunen nicht mal verplombt. Die einzige Sicherung bestand in einer Kordel die um die Griffe gewickelt waren. Diese Kordel war mit einem simplen weissen Papiersiegel gesichert. Das Siegel trug den Schriftzug “Dienstsiegel der Stadt Neuss” und bot zwar ein Unterschriften-Feld, welches jedoch leer war. An dieser Kordel baumelten auch die zwei Schluessel zur Inbetriebnahme.
  • Von der Wahllokalleitern Freirichs wurde das nicht unterschrieben Siegel nicht etwa beanstandet; Auch durften wir es nicht mitnehmen. Das Siegel wurde von Frau Freirichs kurzerhand im nachhinein – nachdem es gebrochen war – noch unterschrieben.
  • Die Stimmmodule, auf welche die Daten gespeichert werden, waren bereits im Geraet eingebaut: Eine zusaetzliche Versiegelung sei nicht Notwendig, da der Nedap-Koffer selbst ja bereits aussreichend versiegelt sei (von wegen). Nach der Inbetriebnahme des Geraetes wurden die Schluessel ordnungsgemaess an zwei verschiedene Personen ausgehaendigt. Das Vier-Augen-Prinzip wurde eingehalten. Allerdings wurden die Checksummen nicht ueberprueft – auch ein Bon mit eventuellen Pruefsummen war nicht zu sehen. Bei spaeterer Konfrontation mit der Problematik quittierte Frerichs mit “Keine Ahnung” – von Pruefsummen habe man noch nie etwas gehoert. Was das ueberhaupt sei. Sowohl vor als auch nach der Inbetriebnahme des Geraetes hatten wir unbeobachteten Zugang zu ihm. Eine Manipulation des Nedap-Wahlcomputers N8400777 mit der Speichernummer PD300071 waere Problemlos mogelich gewesen

Das sind nur Beobachtungen aus einem Wahllokal aus Neuss. Man kann sich nun selber vorstellen, wie es in den anderen Wahllokale zuging, und wie sicher das Waehlen ueber besagte Wahlcomputer wirklich sind.
Es waere fuer die Beobachter zu jeder Zeit moeglich gewesen, die Module auszutauschen, da es versaut wurde, Pruefsummen zu erstellen.

Hier muss man sich klar fragen: Was muss noch alles passieren, damit man erkennt, das diese Wahlcomputer nicht als sicher einzustufen sind?

Auch wenn sich z.B. Cottbus bereits ende Januar dazu entschloss, auf Wahlcomputer zu verzichten, so ist Cottbus hier wohl nur eine kleine minderheit. Neuss hat heute eindrucksvoll gezeigt, dass sogar die Wahlleiter keine ahnung haben, was sie hier ueberhaupt machen.

Aber arbeiten wir lieber an der Verbesserung des Bundestrojaners, als uns um Wahlcomputer zu kuemmern. Wer braucht schon Wahlen?

One Trackback/Pingback

  1. [...] Woher der Wahlausschuss allerdings die Informationen hat, dass diese Geraete sicher sind, stehlt leider nicht dabei. Bereits im Mai 2007 wurde in Neuss durch den CCC offengelegt, wie sicher diese Geraete wirklich sind. [...]

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