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20 Aug |
Arbeitslos, Bewerbungen und die realitaet Real Live
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Ich hatte einen Arbeitsplatz hier in Essen/NRW als CNC-Einrichter und Bediener. Rollschicht, Frueh, Spaet und Nachtschicht. War ein klasse Job, und er hat Spass gemacht. Die Firma Produzierte Gelenkwellen fuer LKW weltweit. Dann kam die Wirtschaftskrise, und ich, der ueber eine Zeitarbeitsfirma in dem Unternehmen taetig war, musste dann letztendlich gehen, und wurde ende April Arbeitslos.
Bedeutete, Arbeitslos melden, Bewerbungsunterlagen auf den neusten stand bringen, und wieder anfangen zu Bewerben.
Wenn ich in der Vergangenheit haben sich Firmen immer beschwert, sie wuerden keine Bewerber finden etc..
Ich, aus sicht des Bewerbers sehe das ein bisschen anders!
Ich habe mittlerweile vom Arbeitsamt einen so genannten Vermittlunggutschein erhalten. Sollte mich ein Privater Arbeitsvermittler bei einer Firma unterbringen koennen, erhaelt er nach einer gewissen Zeit 2000.- €. Eine stolze Summe, und man sollte meinen, so ein Arbeitsvermittler sollte aufgrund diesen Betrages doch recht schnell taetig werden? Doch die Realitaet sieht dann doch ganz anders aus.
Hier mal ein aktuelles Beispiel:
Ueber das Internet die Anzeige eines solchen Privaten Arbeitsvermittlers gefunden: Angeblich suche er fuer eine Firma H A E N D E R I N G E N D einen CNC-Dreher. Hoert sich ja klasse an, also eine eMail hingeschickt mit Lebenslauf und Zeugnissen. Kam wenig spaeter eine recht unpersoenliche eMail zurueck, es fehle noch die Kopie des Vermittlungsgutscheins sowie ein Vermittlungsvertrag. Dieser koenne von der Homepage heruntergeladen werden.
Also diesen Vermittlungsvertrag heruntergeladen, durchgelesen und Unterschrieben, vom Vermittluungsgutschein eine Kopie erstellt und die restlichen Unterlagen sogleich an den Privaten Arbeitsvermittler gefaxt.
Und seitdem? Stille. Kein Anruf, keine eMail, nichts. Anscheinend will man die 2000.- € doch nicht haben.
Wenn man den Stellenausschreibungen im Internet glauben darf, so suchen angeblich viele Firmen wieder haenderingend Fachpersonal im Metalbereich. Und ich habe einen Gesellenbrief fuer einen Metalberuf.
Alleine die letzte Woche habe ich 34! Bewerbungen per Mail verschickt. Teils bezogen auf Stellenausschreibungen wo man Fachpersonal im Metalbereich sucht, teils einfach auf Hilfsjobs wie Staplerfahrer etc.
Nur, keine einzige Rueckantwort, kein Rueckruf. Nichts.
Vom Arbeitsamt hatte ich mal 2 Stellenangebote bekommen mit der bitte, mich dort schnellstens zu Bewerben. Gesagt, getan, eine eMail mit Lebenslauf und Zeugnissen an beide Firmen geschickt. Man geht eigentlich davon aus, wenn das Arbeitsamt Firmen vorschlaegt, dass sich da doch recht schnell etwas tut. Denkste. Das Arbeitsamt gibt bei solchen Stellenangeboten ein Datum vor, bis zu welchem sie eine Rueckantwort haben wollen, wie es mit diesem Stellenvorschlag aussieht. Dieses Datum rueckte immer naeher, und von beiden Firmen kein Lebenszeichen.
Also die eMails mit den Bewerbungen im Mailprogramm rausgesucht, ein Replay gemacht und beide Firmen nochmal angeschrieben mit der bitte um Rueckantwort, da die gesetzte Frist vom Arbeitsamt bald auslaeuft.
Wieder keine Reaktion. Da mir nur noch ein Tag als Frist geblieben ist, zum Telefon gegriffen.
Die erste Firma: “Kein Anschluss unter dieser Nummer”. Toll, diese Firma (es handelte sich um eine Zeitarbeitsfirma) gab es wohl schon gar nicht mehr.
Die zweite Firma: Hier wurde der Anruf auf ein Handy umgeleitet, und es meldete sich ein Herr, der wohl gerade im Auto unterwegs war. Freundlich meinen Namen genannt, und die Situation geschildert. An die eMail von vor einigen Tagen koenne er sich erinnern, aber es sei doch immer das gleiche mit uns Arbeitslosen. Man Bewerbe sich immer auf den letzten druecker, so das man einer evtl. Einstellung versuche aus dem Wege zu gehen und weiter faul zu hause Rumsitzen kann. Auf so eine Aussage faellt einem erstmal nichts mehr ein. Letzendlich habe ich ihm dann versucht zu erkaelren, dass er sich diese Mail doch bitte nochmal durchlesen solle, da dies eine erinnerungs-eMail war, und keine Bewerbung. Die Bewerbung liegt schon 2-3 Wochen in deren eMail Kasten. Das Gespraech wurde immer unfreundlicher, so das es irgendwann unschoen beendet wurde.
Aber so wie es aussieht, bin ich da kein Einzelfall, wie man mit Bewerbern umgeht. Das Arbeitsamt habe ich dann ueber das Ergebnis dieser 2 Bewerungen informiert.
Ich schaetze mal grob, dass ich seit meiner Arbeitslosigkeit ca. 80 Bewerbungen verschickt habe. Von 95% der Firmen hoert man ueberhaupt nichts mehr.
Schaut man sich aber taeglich die Stellenanzeigen im Internet an, so sucht ein grossteil dieser 95% taeglich angebliche Fachkraefte. Nur, warum reagiert man dann nicht mal auf eine Bewerbung?
In den Medien stellen sich diese Firmen an die “armen” dar, keiner will sich Bewerben etc…
Die Realitaet scheint wohl doch eine andere zu sein, wenn sogar Private Arbeitsvermittler, die fuer eine erfolgreiche Vermittlung sogar 2000.-€ und mehr einsacken koennen, es nicht mal fuer noetig halten, sich zu melden!!
Kommentare
11 Kommentare zu “Arbeitslos, Bewerbungen und die realitaet”
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Hallo,
das hört sich ja richtig schrecklich an. Ich hoffe das es bald wieder mit einem Job bei dir klappt. Nicht Aufgeben!
Gruß
Rafael
[...] als hätte der Autor aus meinem Leben berichtet. Anscheinend geht es Vielen so. Der Artikel beschreibt sehr treffend auch meine Erfahrungen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich diese [...]
[...] Arbeitslos, Bewerbungen und die realitaet Ich schaetze mal grob, dass ich seit meiner Arbeitslosigkeit ca. 80 Bewerbungen verschickt habe. Von 95% der Firmen hoert man ueberhaupt nichts mehr. Schaut man sich aber taeglich die Stellenanzeigen im Internet an, so sucht ein grossteil dieser 95% taeglich angebliche Fachkraefte. Nur, warum reagiert man dann nicht mal auf eine Bewerbung? [...]
[...] Bewerbungen und die realitaet http://daten-chaos.de/2009/08/20/arbeitslos-bewerbungen-und-die-realitaet/ !de #arbeit [...]
Hallo,
echt bitter, was du da berichtest. Mich verwundert es aber schon, dass noch so viele Firmen am Suchen sind. Ich hab’ von vielen gehört, dass sie schon vor ein paar Monaten einen Ausgabe- und Einstellungsstop beschlossen haben. Aber das darf natürlich nicht sein, also musst du dich weiter bei Firmen bewerben, die eigentlich keinen mehr finanzieren können :/
Ich drück’ dir fest die Daumen, dass du bald was finden wirst. Das beste wird wohl sein, wenn du auf eigene Faust suchst, dann sollte das Vorurteil des “faulen Arbeitslosen” nicht ganz so ziehen.
Viel Glück und lass den Kopf nicht hängen!
acid
eine Frechheit!
Hey, nimm’ es einfach nicht persönlich.
Ich selbst bin auch einer dieser “gesuchten Fachkräfte” – noch dazu aus dem IT-Bereich.
Schon 200 Bewerbungen, Anschreiben usw.: Nix.
Einmal arbeitslos, und du hast verloren. Ist wie ein Brandmal auf der Stirn…
Das eigentlich Schlimme ist ja der Grundlegende Denkfehler der der Förderung von Zeitarbeit und privater Arbeitsvermittlung zu Grunde liegt:
Dadurch werden ja nicht mehr Stellen geschaffen, sondern die Vorhandenen werden lediglich teurer vermittelt und verschwinden vom freien Arbeitsmarkt.
In meinem Bereich (Krankenpflege) bedeutet das konkret, daß Stellen im stationären Bereich (einigermassen geregelte Arbeitszeiten, tariflich gesicherte Löhne) nur noch über Zeitarbeitsfirmen zu bekommen sind (mit ganz viel Glück wird man irgendwo übernommen).
Das lässt sich die Gesellschaft (via Krankenkassen) das 4-6 fache vom Tariflohn kosten (Gewinnspanne der Zeitarbeitsfirma). Da frage ich mich schon, warum das A-Amt so eine Leistung nicht selber anbieten kann?
Stellen im ambulanten Bereich (10h-12h Arbeitszeit, davon 7,5h bezahlt zu einem Tarif von 7,90 €/h) gibt es verständlicherweise wie Sand am Meer, weil man davon in der Regel nicht mal die Miete bezahlen kann und eine solche Stelle bestenfalls als zweites Einkommen in einem Doppelverdienerhaushalt genügt.
Hier kommen “Arbeitsvermittlungen” ins Spiel. Wenn man so einen Gutschein erst mal hat, dann MUSS man Ihn einlösen, sonst droht Sperrung. Liefert man sich als Pflegepersonal aber einer “Arbeitsvermittlung” aus, verliert man jede Kontrolle darüber auf welche Sorte von Stelle man vermittelt wird. Das läuft dann eigentlich immer auf den oben erwähnten ambulanten Bereich, oder auf die ähnlich schlecht bezahlte Altenpflege hinaus. Wer sich weigert wird gesperrt…
Sollte ich nicht das Recht haben, bis zum Ende meines Arbeitslosengeldanspruchs, alles in meiner Macht stehende zu versuchen um eine “richtige” Stelle bekommen, bevor ich dann gezwungenermassen Eine annehme von der ich eigentlich nicht leben kann!?
Wir reden ja hier nicht von einem Allmosen, oder Geschenk, ich habe Jahrelang in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt!
Diese “Arbeitsvermittlung” bekommt also im Wesentlichen 2000,-€ dafür mir dieses Recht zu nehmen und mich so früh wie möglich zur Annahme einer Art von Stelle zu zwingen, wie es Sie zu tausenden gibt.
Und warte mal ab, bis Sie Dich zum Bewerbungstraining schicken…
Bei mir bestand dieser fünftägige Kurs im wesentlichen aus einem ex Lehrer mit schwerem Alkoholproblem, der Uns, alles zusammengerechnet c.a. 6h lang beigebracht hat, wie man in den 80′er Jahren mal Bewerbungen schrieb… Der Rest der Zeit war “Stellenrecherche im Internet”, unbeaufsichtigt…
Kosten für das Arbeitsamt: 850,-€. Die Rechnung kriegt man gezeigt, damit man ein schlechtes Gewissen bekommt, was Die nicht alles für einen tun.
Ich wünsche Dir viel Glück bei der Arbeitssuche!
hey, ich kenn diese situation leider auch nur zu gut.
was mich damals auch somit am meisten geärgert hat, ist diese funkstille. es kann doch nicht so schwierig sein eine absage zu schicken, ich erwarte ja nicht mal eine persönliche, eine standart-antwort reicht doch. man wird ja so verunsichert, ich hab ne zeitlang überlegt ob meine bewerbungen überhaupt angekommen sind.
aber ich hab das gefühl, dass es sich dabei um ein allgemeines problem handelt, die höflichkeit geht verloren und das schon im berufsleben, für mich ist es eine respektbekundung gegenüber dem bewerber ihn wissen zu lassen wie der stand ist und nicht um ungewissen hängen zu lassen.
just my 2 cents
“Das Arbeitsamt gibt bei solchen Stellenangeboten ein Datum vor, bis zu welchem sie eine Rueckantwort haben wollen, wie es mit diesem Stellenvorschlag aussieht.”
Bei mir war das teils schon so, dass dieses Datum bereits verstrichen war, als ich den Brief vom AA überhaupt erst bekommen habe. Auf Empfehlungen von denen zu warten kannst du am besten gleich seinlassen
Wenn dann in der Zeitung und im Internet nach Stellen suchen..
Hallo zusammen,
zum Thema “Fachkräfte dringend gesucht”:
Ist schon jemanden aufgegefallen, dass Firmeninserate stellenweise über ein Jahr im Internet stehen? Hier glaube ich, wird nur noch versucht, etwas über Gehaltsvorstellungen herauszufinden. Im Klartext: Ab wann ist sich ein Mensch aufgrund drohenden ALG II für nichts mehr zu schade und verlangt statt 3.500 nur noch 2.500 pro Monat. Mit der Gewissheit kann eine Firma dann bereits trotz Tarifanbindung den Bewerber ordentlich “weich kochen” und ihm/ihr von erster Minute an Arbeitsplatzängste vermitteln.
Arbeitgeber sind sich leider für nichts mehr zu schade und es herrscht kein gesundes Arbeitgeber – Arbeitnehmerverhältnis sondern Raubtier-kapitalismus, der durch Hartz IV und sog. Dienstleistungsunternehmen (stellenweise Niveau Drückerbanden) noch zusätzlich verstärkt wird.
Tipp: In sozialen Netzwerken mal gucken, was der Personalchef vorher gearbeitet hat: Weltenbummler, Animator, Dauersabbatical usw…
Solche Niete entscheiden dann auch noch hochnäsig über eine Einstellung!
Grüße
Dasus